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Mit Hightech-Materialien beliefert die SGL Carbon viele ihrer Partner schon lange. Jetzt will das Unternehmen seine Kooperationen auf die nächste Stufe heben und Innovationen noch konsequenter als bisher aus Sicht der Kunden vorantreiben. Eine Expedition zu einigen der gegenwärtigen und zukünftigen Pioniere  des neuen strategischen Ansatzes.
 

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Wenn Dr. Andreas Wöginger über seine Arbeit spricht, redet er lange über Vertrauen, Offenheit und Respekt. Darüber, wie wichtig es ist, den Kunden zuzuhören, sich in ihre Probleme hineinzudenken und dann gemeinsam Lösungen zu finden. „Der Kunde lernt hier, mit dem relativ neuen Material Verbundwerkstoff zu arbeiten“, sagt der promovierte Maschinenbauingenieur, während hinter ihm ein Roboterarm eine Carbonfasermatte in eine Presse befördert.

Wöginger ist bei der SGL Carbon für die Technologieentwicklung der Verbundwerkstoffe zuständig. Auf mittlerweile rund 2.000 Quadratmetern erprobt er mit seinen Kollegen die neuesten Herstellungsverfahren. Von der Designdienstleistung bis hin zur Planung und Realisierung des fertigen Bauteils bietet die SGL sämtliche Stufen der Prozesskette an.

Mal kommen Kunden ohne Vorkenntnisse und das SGL-Team entwickelt mit ihnen ein komplett neues Bauteil. Mal geht es darum, erfahrenere Kunden bei der Weiterentwicklung der Serienfertigung von Leichtbauteilen zu begleiten. Doch egal ob Neuentwurf oder Anpassung: „Die Kooperation zwischen dem Kunden und der SGL wird immer wichtiger“, bekräftigt auch Dr. Christoph Ebel, der im Team von Wöginger das SGL-eigene Lightweight and Application Center (LAC) leitet.

Zusammenarbeit ist entscheidend

Was für den Leichtbau gilt, lässt sich auf alle Industrien der SGL Carbon übertragen. Vom Batteriesektor über die LED- und Halbleiterindustrie bis hin zur Chemiebranche: Überall steht die Zusammenarbeit mit Kunden noch stärker im Fokus als bisher. Die SGL Carbon hat das Credo der Partnerschaften in den Mittelpunkt ihrer neuen Unternehmensstrategie und -kultur gerückt. „Wir wollen in Zukunft nicht mehr nur hochwertige und funktionale Materialien herstellen, sondern gemeinsam mit unseren Kunden smarte Lösungen entwickeln“, sagt Dr. Jürgen Köhler, Vorstandsvorsitzender der SGL Carbon.

Die strategische Neuausrichtung hat gute Gründe. Überall auf der Welt arbeiten Hersteller, Kunden und ihre Lieferanten bei der Neuentwicklung von Produkten, Anwendungen und Lösungen immer enger zusammen. Die Zeiten, in denen Ingenieure und Designer jahrelang in Laboren und Studios vor sich hin tüftelten und den Kunden anschließend ein fertiges Produkt vorsetzten, sind vorbei. Der Paketlogistiker DHL etwa bringt seine Kunden und Partner schon seit einiger Zeit in Innovationszentren zusammen. Dabei ist zum Beispiel die Idee des Parcelcopters entstanden – einer autonom fliegenden Paketdrohne. Auch der  Softwarekonzern SAP oder der Lebensmittelhersteller Danone binden ihre Kunden über Plattformen in die Weiterentwicklung ihrer Produkte ein.

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Wir haben zwei Ohren und einen Mund – und so sollten wir uns auch verhalten.

Christoph Henseler, Leiter Marketing und Vertrieb der GMS

„Für das Gelingen von Innovationsprojekten ist die Zusammenarbeit mit externen Partnern entscheidend“, sagt der Innovationsforscher Dr. Krsto Pandza von der Leeds University Business School, der sich seit Jahren mit dem Thema beschäftigt. Bislang setzen vor allem B2C-Unternehmen auf die enge Zusammenarbeit mit Kunden und Partnern. Die Hürden für die Zusammenarbeit liegen niedriger, Erfolge werden schneller sichtbar. Im B2B-Bereich dagegen verweilen viele Unternehmen noch in klassischen Vertragsvereinbarungen, die sich zwar bewährt haben, aber kaum Innovation fördern. Dr. Marie Taillard und Dr. Jérôme Couturier von der ESCP Europe Business School halten das für einen Fehler. Die Vorteile könnten im B2B-Bereich genauso verlockend sein, argumentieren sie in einer Analyse. „Aber sie erfordern den Weitblick, über traditionelle Unternehmensgrenzen hinauszudenken, und den Mut, sich eng mit denen  auszutauschen, die man normalerweise auf Distanz halten würde.“

Enger Austausch hat Tradition

Bei der SGL Carbon hat die Zusammenarbeit mit Partnern Tradition. Der Geschäftsbereich Graphite Materials & Systems (GMS) setzt beispielsweise schon lange auf sogenannte Technical Sales Manager. Sie sind in engem Austausch mit den Kunden und entwickeln aus deren Anforderungen passgenaue Lösungen. „So bringen wir unsere Stärken mit den Bedürfnissen der Kunden zusammen“, sagt Christoph Henseler, Leiter Marketing und Vertrieb der GMS. Auf diese Weise haben Henseler und sein Team zum Beispiel verstanden, dass für ihre Kunden im Bereich der Wärmetauscher eine Mischung aus Modullösungen und entsprechenden Anpassungen optimal ist, während in der Halbleiterindustrie oder im Batteriesegment fast jeder Kunde individuelle Anforderungen hat. Henselers Motto: „Wir haben zwei Ohren und einen Mund – und so sollten wir uns auch verhalten.“

Auch im Verbundwerkstoffbereich, der Geschäftseinheit Composites – Fibers & Materials (CFM), ist das Thema Partnerschaft nicht neu. Kooperation wurde hier oft sogar in Form von Gemeinschaftsunternehmen gelebt. Vor allem das langjährige Joint Venture mit BMW hat die SGL Carbon in dieser Hinsicht geprägt. In gemeinsamer Pionierarbeit realisierten beide Partner mit dem BMW i3 erstmals eine komplette serienfähige Fahrgastzelle eines Autos aus carbonfaserverstärktem Kunststoff und entwickelten die Anwendung des Materials für weitere BMW-Modelle fort. Zudem bauten sie mit den Standorten Moses Lake und Wackersdorf die modernste Carbonfaserproduktion der Welt und eine hochinnovative Verarbeitungsstätte für die Fasern auf.

In der gesamten SGL Carbon ist der gemeinschaftliche Ansatz so immer stärker herangewachsen. Das Ergebnis: Überall beweisen bereits heute zahlreiche Projekte, dass sich Zusammenarbeit lohnt.

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Offen sein, zuhören, Impulse geben – darauf kommt es an. Wir wollen Partnerschaften ernst nehmen, denn nur echte Partnerschaft bringt unsere Kunden und Partner gemeinsam mit uns voran.

Dr. Jürgen Köhler, Vorstandsvorsitzender der SGL Carbon

Die AM-Faser, die Blattfeder für Volvo Cars, die Bremsscheiben von Brembo SGL, das FPC oder die Zusammenarbeit mit Pierburg: Mit ihrem neuen Anspruch der besonders intensiven Zusammenarbeit will die neue SGL Carbon den Unterschied machen – und macht ihn oft schon heute. „Offen sein, zuhören, Impulse geben – darauf kommt es an“, findet Jürgen Köhler. „Wir wollen Partnerschaften ernst nehmen“, sagt er. „Denn nur echte Partnerschaft bringt unsere Kunden und Partner gemeinsam mit uns voran.“

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